Ein Jahr... ...bei den Waldkindern gebildet - geborgen - gesund
© Die Waldkinder Hamburg gGmbH 2017
Jedes Jahr ist einmalig. Und doch kehren im Zyklus der wechselnden Jahreszeiten immer wieder ähnliche  Anlässe, Ereignisse und damit Gelegenheiten ein. Hier wollen wir einmal examplarisch darstellen, was sich in einem Jahr bei den Waldkindern so abspielen kann... Ganzjährig: - Seilkletterlandschaften / Psychomotorik - "Zahlenland" nach Prof. Preiß - Rhythmik von und mit Matthias - Kleingruppen- und Vorschularbeit Die Waldkinder forschen in drei Kleingruppen. Mit jeweils einem Pädagogen an einem festen Tag in der Woche, unserem Kleingruppen-Projekttag, gehen wir mit spannenden Experimenten den Fragen der Kinder nach.  So forschen z.B. unsere Vorschulkinder zum Thema –FEUER-, unsere Jüngsten werden in die aufregende WELT DER SINNE  entführt und unsere 4-5-Jährigen forschen, experimentieren und basteln zum Thema –LUFT-! Selbstverständlich gibt es für die Gruppe auch an den anderen Tagen viele Anlässe und Angebote zum forschen, basteln, spielen u.v.m. - Kindergeburtstage mit dem Kasper feiern Alle Kinder freuen sich mit, wenn zu den Kindergeburtstagen der Kasper mit einem Theaterstück zum feiern kommt. - Forschungsthema Müll Immer wieder finden wir im Wald Müll. Daraus entstand ein neues interessantes Forschungsthema: Müll! Aus der Entrüstung der Kinder über den Müll, den sie bei ihren täglichen Aufenthalten im Wald fanden, entstand die Idee für unser Projekt “Alles Müll oder was?”, in dem die Kinder die Möglichkeit bekamen, sich auf vielfältige, spielerische und forschende Weise mit dem Thema „Müll“ auseinanderzusetzen, sich Zusammenhänge zu erschließen und zu erfahren, dass ihr eigenes Handeln von großer Bedeutung ist. Für dieses Projekt erhielten die Waldkinder die Auszeichnung „KITA 21- Die Zukunftsgestalter“. Wenn es warm genug ist: - Kunstprojekte - Sand & Naturfarbe, Naturmaterialien, u.v.m. Die Kinder arbeiten sehr gerne an unserer „Werkbank“ im Wald. Es wird sehr ausdauernd geschnitzt, gesägt, gefeilt, geschliffen, gebohrt, aber auch geschnitten, gemalt, gebunden und geklebt. Das ist eine gute Gelegenheit für alle, Fertigkeiten zu vertiefen, Regeln dazu zu festigen, kreativ und fantasievoll zu gestalten und Freude am Tun zu haben . Die Kunstwerke der Kinder werden für das Spiel genutzt, für alle ausgestellt, im Portfolio-Ordner aufbewahrt, an Freunde oder Eltern verschenkt oder als Gruppenkunstwerk zusammengefügt. Die Kinder sind große Meister mit tollen Ideen! Wenn es kalt genug ist: - Rodeln, Rodeln, Rodeln - Kunstprojekt - Eis- und Schneekunst Besondere Anlässe: - Nach der dreiwöchigen Schließzeit im Sommer kommen i.d.R. unsere neuen Waldkinder in die Gruppe. Sie lernen mit Unterstützung ihrer Patenkinder, ihrer Eltern und natürlich uns PädagogInnen den Waldkinder-Tagesablauf kennen. Sie werden schrittweise, behutsam und in Absprache mit den Eltern eingewöhnt (nach dem Berliner Modell). - Faschingsfest mit abschließendem Tanz um das Lagerfeuer - Besuch der Kunsthalle, des Miniaturwunderlandes, eines Theaterstücks, o.Ä. - Der Verkehrsfuchs / ein Besuch bei der Feuerwehr - Osterwerkstatt - Kinderfest im Sommer - Camping - Kinderreise - Laternenfest um St. Martin Bei unserem großen Laternenfest mit den Waldkindern, ihren Eltern und Geschwistern und vielen Ehemaligen singen wir am Lagerfeuer und erleben bei einem Spaziergang mit den Laternen den Wald einmal ganz anders. Mit einem gemeinsamen Abendessen lassen wir das Fest gemütlich ausklingen. Die Eltern bereiten ein tolles Buffet vor, wozu es dann noch Würstchen vom Grill gibt. Eine Waldkind-Mami erzählt, wie’s war: Das Laternenfest im Wald wurde von Groß und Klein schon lange herbeigesehnt. Ja eigentlich hat meine Tochter seit einem geschlagenem Jahr davon gesprochen: Der Tag an dem die Schukis (Vorschulkinder), also auch sie, die Fackeln tragen, und beim St-Martinsumzug ganz vorne gehen. Das war für sie stets das Wichtigste, wenn es um das Thema Vorschuljahr ging. So rannten die Kinder am Dienstag trotz Dunkelheit und entsprechend winterlichen Temperaturen aufgeregt und freudig zum Waldplatz, wo uns ein großes, behagliches Lagerfeuer empfing. Die Kinder nahmen ihre Laternen, die bunten Ballons mit roten Herbstblättern beklebt, mit echten Kerzen in Empfang. Die Schukis holten ihre selbstgebauten und sehr individuell aussehenden Fackeln ab. Damit trafen sich alle Familien inkl. Großeltern und ehemaligen Waldfamilien um das stattliche Lagerfeuer. Peter zückt die Gitarre, und mit ihrer Hilfe ertönten bald die meisten bekannten Laternenlieder in den dunklen Nachthimmel. Als dann ein für neue Waldeltern unbekanntes Lied kam, machte dies gar nichts. Die Kinder sangen ihr Lieblingslied ‚das Feuerchen‘ textsicher und laut heraus. Die Worte ‚Feuerchen, so trag ich dich – In die Nacht‘ erhalten auf einmal eine besondere Bedeutung. Denn danach wurden die Fackeln am Lagerfeuer entzündet und die Schukis schritten mit ihren brennenden Fackeln das Spalier der Laternen ab um vorne den Zug anzuführen. So ein stolzes, inniges Strahlen wie in den acht Schuki-Gesichtern hatte ich noch selten gesehen. Singend gingen wir durch den dunklen Wald, nur unsere Laternen erhellten den Weg, nur unser Gesang war zu hören. Begeistert sangen auch die gerade 3-Jährigen ganz textsicher mit. Da kann Einem schon mal die Gänsehaut überkommen. Die Fackeln brannten, fast wie berechnet, genau bis zurück zum Waldplatz, wo wir am Lagerfeuer das letzte Lied sangen. Peter hatte unterdessen eine riesen Menge Würstchen am Grill geröstet, die das Buffet der Eltern wunderbar ergänzten. Wo die Anspannung jetzt wich, machte sich Hunger breit und wir genossen das vielseitige und leckere Essen. Nur die Energie der Kinder schien unendlich… Wer würde denn jetzt noch eine Stunde fangen, ticken o.ä. spielen? Im Flutlicht bietet sich allerdings ein friedlich, harmonisches Bild. Lange Zeit später sammelten wir Kinder und Überbleibsel ein, räumten auf und gingen glücklich nach Hause. Der Dank aller Eltern und Kinder geht an Sylke und ihr wunderbares Team. - Weihnachtsfeier mit einer besonderen Theateraufführung Die Waldkinder spielen ihren Familien und vielen, vielen Gästen ein oft selbst erdachtes Theaterstück vor. Dafür wird viel geprobt, gelacht, die Kostüme und das Bühnenbild gebastelt, musiziert und gesungen. Eine Waldkind-Mami erzählt, wie’s war: Weihnachtsheimlichkeiten bei den Waldkindern  - Das Stück "Die drei kleinen Schweinchen" wird geprobt. Wochenlang hatten sie stillgehalten, dichtgehalten und nichts (oder nur ganz wenig) zuhause erzählt - die Waldkinder hatten in der Vorbereitungszeit der Weihnachtsfeier so viel zu tun gehabt! Im Wochenplan stand immer nur "Weihnachtsheimlichkeiten", und wir Eltern fragten uns, was uns dann am 12.12. erwarten würde, als wir im Räuberwald eintrafen. Wetter gut, nicht zu kalt, nicht zu nass, die "Bühne" verdeckt mit großen Tüchern, kleine kichernde Gesichter schauten immer wieder hinter dem "Vorhang" hervor, viel Aufregung bei Klein und Groß. Kameras und Videokameras wurden gezückt, große und kleine Geschwister platziert - und dann ging es los, zum Entzücken der wartenden Zuschauer. ("OOOH"," AAHHH"," Oh wie SÜß!!!") Das "Sicherheitspersonal" stellte zunächst sicher, dass wir auch alle Sicherheitsabstände einhielten. Manche brauchten selbst einen großen Menschen zur Sicherheit als Beistand, es waren ja auch wirklich viele Eltern, Großeltern und Geschwister da. Vorhang auf - vor dem selbstgemalten (!!) Bühnenbild tanzten und spielten etliche kleine Schweinchen. Kleine Gesichter schielten an selbstgebastelten Eierkartonnasen vorbei,  fröhliches Gelächter und Gehoppse bei den vielen Schweinchen. Nun kamen die drei Hauptschweinchen, die im Schweinchendorf aufgenommen werden wollten, und dafür ihre jeweilige Unterkunft bauen mussten. Oh wie sie schufteten! Die Häuser(-kinder) aus Stroh, Holz und Stein wuchsen händchenhaltend im jeweiligen Tempo des erbauenden Schweinchens hoch. Dann kam der gefährliche Wolf!!! Das Strohhaus öffnete rasch die Arme und nahm das erste Schweinchen auf, um dann formvollendet umgepustet zu werden. Schweinchen 1 und Schweinchen 2 entkamen nur knapp dem hungrigen Untier, konnten sich aber gerade noch unter die Arme der Holzhaus-Kinder ducken. Doch auch dieses Haus brach nach heftigen Pusten und Brüllen vom Wolf zusammen. Das Steinhaus war mit allen drei Schweinchen zum Bersten voll - es musste sich sehr dehnen, um alle aufzunehmen! Und dort  pustete und prustete der Wolf, doch das Haus hielt stand. Tief enttäuscht gab der Wolf dann auf und wurde Vegetarier. Da waren die drei Schweinchen und ihre vielen Freunde wieder sicher und glücklich und ernteten donnernden Applaus! Ein Waldbuffet aus Kuchen, Kaffee, Keksen und Kakao war herrlich hinterher. Nette Gespräche, Jubel und Lob für die Waldkinder, Toben im Wald, und mit viel glücklichem Gebrüll und Gejohle wurden von den Geschenketanten die Weihnachtsheimlichkeiten der Eltern an die Erzieher übergeben - zum Thema "Glückliche Hände". Es war ein sehr schönes Fest, ein toller Ausklang in die Weihnachtszeit, und alle gingen glücklich nach Hause… Und wenn sie nicht verschlafen haben, sind sie morgen wieder im Kindergarten.